Sebastian Lüning                                                            

Sebastian Lüning (* 1970 auf Helgoland) ist ein deutscher Geowissenschaftler, Film- und Buchautor. 

Inhaltsverzeichnis
Kindheit, Jugend und Privates
Wissenschaftlicher Werdegang
Nordafrikaforschung
Tätigkeit in der Kohlenwasserstoffexploration
Klimaforschung
     5.1  Buch "Die kalte Sonne" 
           5.1.1  Veröffentlichung und öffentliche Diskussion
           5.1.2  Thesen des Buches 
           5.1.3  Abkühlungsprognose 
           5.1.4  Fehlannahmen zur Sonnenentwicklung 
           5.1.5  Nichttriviale Attribution 
           5.1.6  Blog
     5.2  Forschungsschwerpunkt Mittelalter 
     5.3  Weitere Klimaforschungsthemen 
     5.4  IPCC-Gutachtertätigkeit 
     5.5  Beratung der Politik 
Auszeichnungen und Mitgliedschaften
Amateurfunk
Langstreckenlauf
Schriften
     9.1  Artikel in Fachzeitschriften 
      9.2  Bücher
     9.3  Dokumentar- und Lehrfilme 
10  Weblinks

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 


 

1  Kindheit, Jugend und Privates

Sebastian Lüning wuchs auf der Nordseeinsel Helgoland auf, wo er früh mit der Natur und ihren Kräften in Kontakt kam. Wie viele Insulaner lernte er schnell, selber mitzudenken, anstatt vorgefertigte fremde Lösungen vorschnell anzunehmen. Nach Beendigung der Grundschule zog die Familie aufs Festland. In Wedel bei Hamburg besuchte Sebastian das Gymnasium, das er 1990 mit dem Abitur abschloss. Seit 1993 ist er mit Renata Lüning verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. In der Verwandtschaft gibt es mehrere Wissenschaftler, darunter Vater Klaus (Meeresbiologe), Onkel Jens (Archäologe) und Cousin Jan (Physiker).

 

2  Wissenschaftlicher Werdegang

Sebastian Lüning studierte Geologie/Paläontologie an der Universität Göttingen. Seinen Diplomabschluss erlangte er 1994, im Rekordtempo nach nur 8 Semestern. Für sein Vordiplom wurde er durch das Land Niedersachsen ausgezeichnet. Thema seiner Diplomarbeit war Nord-Thailand, wozu er im Urwald mehrwöchige Geländearbeiten durchführte.

 

3  Nordafrikaforschung

Lünings Doktorarbeit führte ihn auf die Sinai-Halbinsel in Ägypten. Im Rahmen von Geländearbeiten und Analysen von dort beprobten Foraminiferen (einzelligen Kalkfossilien), rekonstruierte er Meeresspiegelschwankungen und tektonische Hebungen während der Oberkreide und dem Alttertiär. Lüning verfasste eine Reihe von Publikationen, was 1997 zu einer der ersten kumulativen Doktorarbeiten im Fachbereich führte. Hierfür erhielt Lüning die Bewertung ‚summa cum laude‘ sowie den „Bremer Studienpreis 1998“ der alljährlich von den Freunden der Universität gestiftet wird.

Während eines dreijährigen Aufenthaltes in Großbritannien als Postdoc an den Universitäten von Wales und Royal Holloway London wechselte Lüning altermäßig in das Paläozoikum und geographisch nach Libyen. Thema waren Sauerstoffmangelsituationen und damit verbundene Ablagerung von Erdölmuttergesteinen während des Silur, Devon und Infrakambriums. Die Arbeiten wurden in enger Kooperation mit der Ölgesellschaft Lasmo in London durchgeführt. Zu dieser Zeit entstanden mehrere Pionierarbeiten, darunter eine Silursynthese, die im Fachblatt Earth-Science Reviews 2000 erschien und bislang 255 Mal von anderen Arbeiten zitiert wurde.

Zwischen 2000-2007 kehrte Lüning als Postdoc an die Universität Bremen zurück, wo er weitere Studien in Tunesien, Algerien, Marokko und Jordanien unternahm. Für seine Habilitation wurde er 2007 mit dem Hanns-Bruno-Geinitz-Preis ausgezeichnet. Im Wintersemester 2005/2006 war Lüning kurzzeitig Gastprofessor am Institut für Geologische Wissenschaften der Universität Wien. Über die Jahre nahm Lüning an einer Reihe längerer Forschungsexpeditionen in entlegene Teile der Sahara in Libyen und Algerien teil. Neben seinen nordafrikanischen Forschungsarbeiten drehte er zusammen mit Markus Geiger mehrere Dokumentar- und Lehrfilme zur Erdgeschichte Marokkos, Libyens und der Kanareninsel La Palma, die heute für alle Interessierten auf Youtube frei verfügbar sind.

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Sebastian Lüning (2006)

 

4  Tätigkeit in der Kohlenwasserstoffexploration

Im Jahr 2007 wechselte Sebastian Lüning aus der Forschung in die Kohlenwasserstoffindustrie, wo er seitdem bei europäischen Firmen mit Tätigkeitsschwerpunkten Afrika und Südamerika im Bereich Neue Vorhaben tätig ist. Trotz fortschreitender Dekarbonisierung und steigendem Anteil der Erneuerbaren Energien, werden aufgrund des weltweit weiter steigenden Energiebedarfs auch Mitte des Jahrhunderts noch große Mengen an Kohlenwasserstoffen benötigt werden. Dies geht aus Prognosen des International Energy Agency hervor (World Energy Outlook 2017). Besonderes Augenmerk gebührt hierbei dem Gas, das als kohlenstoffärmerer Energieträger eine Übergangsfunktion bei der globalen Energiewende einnimmt.

Das allmähliche Wachstum der Erneuerbaren Energien macht auch daher Sinn, weil sich die fossilen Brennstoffe in den kommenden Jahrzehnten allmählich erschöpfen werden und zudem Importabhängigkeiten reduziert werden können. Mittelfristig müssen jedoch auch die Erneuerbaren Energien ohne Subventionen auskommen und wettbewerbsfähig werden. Fehlende Technologien zur großmaßstäblichen Energiespeicherung bedeuten, dass noch immer ein konventionelles Energieparallelsystem vorgehalten werden muss, um die Volatilität der Erneuerbaren Energien abzupuffern. Als passionierter Fahrrad- und Eisenbahnfahrer sowie Energiesparer unterstützt Sebastian Lüning die Dekarbbonisierung auch im kleinen Maßstab.

 

5  Klimaforschung

In Fortsetzung seiner langjährigen Wissenschaftlerkarriere, hat sich Lünings Forschungsschwerpunkt seit 2010 in den Bereich des Klimawandels und der Paläoklimatologie verschoben. Die Geowissenschaften bilden einen integralen Bestandteil der Klimawissenschaften und stellen eine Schlüsseldisziplin dar, die im öffentlichen Wahrnehmungsbild leider noch immer unterrepräsentiert sind. Lünings Göttinger Studium der Geologie/Paläontologie bildet zur Mitarbeit in dieser Sparte eine gute Basis, was auch daran deutlich wird, dass zwei seiner Kommilitonen (Schöne, Fleitmann) heute als Professoren in der Klimaforschung hauptamtlich tätig sind.

Sebastian Lüning betreibt seine Forschungen unabhängig von seiner beruflichen Tätigkeit, wurde dazu von der Industrie weder beauftragt noch bezahlt. Antrieb ist allein das Interesse an den wissenschaftlichen Fragen sowie die persönliche Erkenntnis, dass in den Klimawissenschaften an entscheidender Stelle noch große Lücken klaffen, die es jetzt ergebnisoffen anzugehen gilt. Dem Vorbild Alexander von Humboldts folgend, definiert Lüning seine Forschungsthemen selber und arbeitet dabei mit wechselnden Wissenschaftlerteams, die gemäß den jeweiligen Anforderungen der Projekte zusammenfinden.

 

5.1  Buch „Die kalte Sonne“

5.1.1  Veröffentlichung und öffentliche Diskussion

Angesichts der oft hitzig geführten Klimadebatte sind die kontrovers diskutierten Fachinhalte für den außenstehenden Laien nicht immer klar. Um hier mehr Transparenz zu schaffen, legte Sebastian Lüning im Februar 2012 zusammen mit dem promovierten Chemiker und ehemaligen Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt eine kritische Analyse der Klimawissenschaften vor. In ihrem bei Hoffmann & Campe erschienenen Buch „Die kalte Sonne“ diskutieren die Autoren auf 445 Seiten Buch eine Vielzahl von Aspekten, mit Schwerpunkt auf möglichen natürlichen Klimantrieben. Dabei stützte sich die Auswertung zum überwiegenden Teil auf die begutachtete Fachliteratur und die offiziellen IPCC-Berichte, fein säuberlich dokumentiert in einer 76 Seiten umfassenden Literaturliste im Buchanhang.

Die Buchveröffentlichung schien dabei ein großes öffentliches Informationsdefizit zu füllen, was sich in zwei Auflagen mit insgesamt 25.000 gedruckten Exemplaren niederschlug. Insgesamt rangierte „Die kalte Sonne“ 2012 drei Wochen lang in den Top 20 der Spiegelbestsellerliste in der Kategorie Sachbücher. In den Folgejahren erschien das Buch auch in englischer und polnischer Übersetzung. Die deutsche Auflage ist heute nahezu ausverkauft, wobei nur noch wenige Restexemplare über die Autoren erhältlich sind.

Der heftige Widerstand gegen das Buch aus Teilen der Fachwelt und Medien wirkt zunächst erstaunlich, positionierten sich Lüning und Vahrenholt doch in der gemäßigten Mitte der Debatte, zwischen den Extrempositionen der sogenannten ‚Klimaskeptiker‘ und der ‚Klimaalarmisten‘. Das im Buch vertretene Szenario zur CO2-Erwärmungswirkung liegt am unteren Rand der vom Weltklimarat (IPCC) genannten Spanne von 1,5 bis 4,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung, befindet sich damit also noch eindeutig im IPCC-Möglichkeitsspektrum der CO2-Klimasensitivitität.

Des Weiteren wurden im Buch Inkonsistenzen und Schwächen der IPCC-Berichte identifiziert und diskutiert. Die Kritik am Buch war dabei vor allem emotionaler Art, weniger auf fachlichen Argumenten basierend. Offenbar hatte „Die kalte Sonne“ einen Nerv getroffen, war in einen Bereich eingedrungen, der intellektuelle Sperrzone war. Die eng miteinander verflochtenen Meinungsführer aus Wissenschaft und Medienwelt waren Kritik von außen nicht gewohnt und zeigten sich nun überrascht, dass man plötzlich einige Aspekte ihrer Arbeit hinterfragte. Ihre Unfähigkeit zum nüchternen Fachdialog zeigte sich auch darin, dass sie das Angebot einer gemeinsamen öffentlichen Fachdiskussion meist ausschlugen.

Die psychologische Reaktion des ‚Establishment‘ war im Prinzip vorprogrammiert, unterscheidet sie sich doch in keiner Weise von früheren Kontroversen in der Wissenschaftsgeschichte, wobei neue Gedanken zunächst kategorisch abgelehnt und die ‚Eindringlinge‘ als vermeintlich unseriös dargestellt werden. Beispiele sind das heliozentrische Weltbild, die Darwinsche Abstammungslehre, Plattentektonik und das Waldsterben, deren Verfechtern man einen unbequemen Empfang in der jeweiligen Umbruchsphase bescherte.

Einige Zeitungskommentatoren erkannten dennoch den Wert „der kalten Sonne“. So kommentierte Die Welt am 11. Februar 2012: „Ein neues Buch über den Klimawandel hat hitzige Diskussionen ausgelöst. Dabei plädieren die Autoren im Grunde nur dafür, einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Freie Welt rezensierte am 17. Februar 2012: „... das Buch ist empfehlenswert, auch deswegen, weil es benennt, wie vieles noch unsicher und unbewiesen ist.“ Selbst Altkanzler Helmut Schmidt studierte das Buch und erklärte: „Lünings und Vahrenholts Thesen sind nachvollziehbar“.

Im April 2012 machte die Wirtschaftssendung ECO des Schweizer Fernsehens “Die kalte Sonne” zum Buchtipp der Woche. Zudem räumten einige Zeitungen Lüning und Vahrenholt im Zuge der Diskussionen zum Buch Raum ein, um ihre Ergebnisse zu erläutern und Kritikern zu antworten. So erschien am 1. März 2012 der Artikel „Hier irren die Klimapäpste“ in der Wochenzeitung ‚Die Zeit‘, nachdem sich herausstellte, dass der führende Kritikführer der Zeit parallel auch beim Greenpeace Magazin täitig war. Fünf Tage später reagierten Lüning und Vahrenholt auch im Hamburger Abendblatt mit dem Artikel „Ohne Sonne geht es nicht“ auf Kritik von Mojib Latif.

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Sebastian Lüning (2012)

5.1.2  Thesen des Buches

Mehr als 6 Jahre nach Veröffentlichung des Buches „Die kalte Sonne“ lässt sich eine fachliche Zwischenbilanz ziehen. Es mag einige überraschen zu hören, dass sich der größte Teil der Hauptthesen im Buch mittlerweile als vollkommen richtig herausgestellt hat:

1) KLIMAWIRKUNG DER SONNE: Im Buch wird eine Vielzahl von gut dokumentierten Fallstudien aufgearbeitet, die eine deutliche Klimawirkung der Sonne auf Temperatur und Niederschläge beschreiben. Dies steht im krassen Gegensatz zum IPCC-Ansatz in den Klimamodellen, der einen fast vernachlässigbar geringen Einfluss der Sonne auf das Klima in seinen Berechnungen zugrundelegt. Ganz offensichtlich klaffen hier die rekonstruierte Klimageschichte und theoretische Klimamodellwelt krass auseinander. Seit Erscheinen des Buches ist eine große Anzahl weiterer begutachteter Fachpublikationen erschienen, die eine starke solare Beeinflussung des Klimas feststellten. Übersichten auf Google Scholar, Scopus, Maarten Blaauw. Die im Buch identifizierte Diskrepanz besteht weiterhin und gefährdet die Akzeptanz der Klimamodellierungsergebnisse.  

2) OZEANZYKLEN: Im Buch wird der systematische Einfluss der 60-jährigen atlantischen und pazifischen Ozeanzyklen (AMO, NAO, PDO) auf das Klima beschrieben und in den Kontext der globalen Temperaturentwicklung der letzten 150 Jahre gesetzt. Während führende Modellierer sie zur Zeit der Buchveröffentlichung noch als unwichtiges Rauschen abtaten, haben die Ozeanzyklen in den letzten Jahren einen regelrechten Durchbruch in der Fachwelt erlebt. Die kühlenden und wärmenden Halbphasen der Ozeanzyklen sind nun anerkannte Klimafaktoren und werden jetzt sogar in vielen Mittelfristprognosen berücksichtigt (siehe z.B. Tung & Zhou 2013, Gervais 2016, Seidov et al. 2017). Die gebremste Erwärmung der letzten anderthalb Jahrzehnte ist Teil dieser Zyklik.  

3) MITTELALTERLICHE WÄRMEPERIODE: Vor 1000 Jahren ereignete sich in vielen Teilen der Erde eine natürliche Wärmephase, die mit einer erhöhten Sonnenaktivität zusammenfiel. Klimamodelle können die Warmphase nicht reproduzieren, was nicht verwundert, denn der einzige aktive Wärmetreiber in den Modellen – das CO2 – war weitgehend konstant in den letzten 10.000 Jahren der vorindustriellen Zeit. Um verlässliche Zukunftsprognosen abzugeben, müssen Modelle jedoch zwingend die bekannte Vergangenheit abbilden können, ansonsten ist auch die Qualität ihrer Klimaprognosen fraglich. Der IPCC hat den im Buch bemängelten schwerwiegenden Modellierungsfehlschlag mittlerweile in seinem neuesten Klimazustandsbericht eingeräumt, wenn auch versteckt auf Seite 414 in Kapitel 5.3.5 (Arbeitsgruppe 1). Eine Erwähnung des schweren Mangels in der Zusammenfassung für Politiker unterblieb jedoch, so dass die Erkenntnis der großen Öffentlichkeit verborgen blieb. Die mangelnde Transparenz seitens des IPCC im Umgang mit unbequemen Resultaten verwundert ein ums andere Mal.  

4) AEROSOL-JOKER: Im Buch wird die fragwürdige „Joker-Rolle“ der Schwefeldioxid-Schwebstoffe (SO2) in den Klimamodellen kritisiert. Als vor einigen Jahren bekannt wurde, dass der Ruß viel stärker wärmt als vormals angenommen, wurde die plötzlich überschüssige Wärme in den Modellen einfach über das kühlende SO2 aufgefangen. Allein diese Maßnahme erlaubte es den Modellierern, die angesetzte starke Erwärmungswirkung des CO2 beizubehalten. Im anderen Fall hätten die in den letzten 150 Jahren beobachteten Erwärmungsraten die simulierten Raten weit unterschritten und die CO2-Klimasensitivität hätte entsprechend erniedrigt werden müssen. In den vergangenen Jahren hat sich nun jedoch gezeigt, dass die Kühlwirkung der SO2-Aerosole signifikant überschätzt wurde, was in etlichen Fachpublikationen aus dem Bereich der Aerosolforscher deutlich belegt wurde (z.B. Stevens 2015, Malavelle et al. 2017). Der schnell aus dem Ärmel gezauberte Aerosol-Joker ist damit hinfällig, wie im Buch bereits befürchtet.

5) CO2-KLIMASENSITIVITÄT: Hinsichtlich der CO2-Klimasensitivität werden Im Buch Szenarien am unteren Rand der IPCC-Spanne von 1,5-4,5°C pro CO2-Verdopplung diskutiert. Vormals hatte der IPCC einen besten Schätzwert von 3,0°C abgegeben. Eine ganze Reihe von Fachpublikationen bestätigt nun, dass der IPCC die CO2-Klimasensitivität vermutlich lange Jahre lang stark überschätzt hatte. Die Hamburger Stevens-Gruppe errechnet jetzt eine reduzierte Klimasensitivität von nur noch 2,21°C pro CO2-Verdopplung. Andere Arbeiten aus der jüngsten Zeit gehen von ähnlich niedrigen Werten aus, darunter Masters (2014) mit 2,2°C, von der Heydt et al. 2014 mit 2,26°C; Loehle 2014 mit 1,99°C, Skeie et al. 2014 mit 1,8°C, Lewis & Curry 2015 mit 1,64°C und Spencer & Braswell 2014 mit 1,3°C.

6) ENERGIEWENDE: Im Buch wird davor gewarnt, die deutsche Energiewende zu überstürzen, da dies zu einem enormen Kostenrisiko führen würde. Sechs Jahre nach Veröffentlichung dieser Kritik ist nun genau dies eingetreten und gefährdet ernsthaft die Zukunft der schlecht geplanten Energiewende. Viele Medien und Experten teilen jetzt die Sorge (z.B. Daniel Wetzel in der Welt: Kurzschluss bei der Energiewende; Justus Haucap in der FAZ: Deutschlands teurer Energie-Irrweg).

7) BIOTREIBSTOFFE: Im Buch wurde davor gewarnt, dass die Umweltbilanz von Biostreibstoffen weniger gut ausfällt als lange behauptet. In den letzten Jahren wurde dies nun bestätigt und es wurde die traurige Gewissheit erlangt, dass Biostreibstoffe nahezu kein CO2 einsparen und zudem zur Umweltzerstörung beitragen (z.B. Sterman et al. 2018, Gnansounou 2018).

 

5.1.3  Abkühlungsprognose

Für eine weitere Prognose aus dem Buch „Die kalte Sonne“ ist es für ein Fazit noch zu früh. Lüning und Vahrenholt rechnen im Buch für die kommenden Jahre mit einer leichten globalen Abkühlung, da sowohl Sonnenaktivität und Ozeanzyklen in eine kühlende Phase eintreten. Da die derzeit erlahmende Sonne aufgrund der trägen Ozeane erst mit mehrjähriger Verzögerung klimatische Wirkung zeigt und vieljährige Mittelwerte zu betrachten sind, wird diese Prognose erst in einigen Jahren überprüfbar.

Zwischenzeitlich nutzten Klimaaktivistenkreise den kurzzfristigen Anstieg der globalen Temperaturen im Rahmen des El Nino 2015/16 und interpretierten dies als angebliches Indiz für das Scheitern der Prognose. Mittlerweile (Stand 2018) sind die Temperaturen jedoch wieder auf das allgemeine Temperaturplateau zurückgefallen, dass seit 2000 herrscht. Die auf Wikipedia verbreitete Graphik wurde indessen auf dem Höhepunkt des El Nino 2016 eingefroren, so dass die enorme nachfolgende Abkühlung dem Wikipdia-Leser verborgen bleibt. Aufforderungen zur Aktualisierung der Graphik blieben ergebnislos, ebenso wie die Aufforderung zur Korrektur und Ergänzung vieler anderer Details im Wikipedia-Artikel zu Sebastian Lüning. Wie in vielen politisch sensiblen Bereichen sind leider auch die Seiten zum Klimawandel auf Wikipedia fest in Aktivistenhand. Die reale globale Temperaturentwicklung laut RSS-Satellitendaten sieht um einiges wenger dramatisch aus als in der Wikipedia-Graphik suggeriert.

 

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Abbildung: Globale Temperaturentwicklung (Anomalien in °C) laut UAH Satellitendaten (via WoodforTrees).

 

5.1.4  Fehlannahmen zur Sonnenentwicklung

Zusammenfassend ist die heftige Reaktion von Fachwelt und Medien auf das Buch „Die kalte Sonne“ wohl vor allem als spontane Verteidigungsreaktion der Meinungsführer zu verstehen, die sich von der berechtigten Kritik überrascht fanden. Die Verweigerung zum Fachdialog setzt sich bis in die heutige Zeit fort, wobei auch vor Verdrehungen der Fakten nicht zurückgeschreckt wird. So wird z.B. von einigen prominenten Akteuren fälschlicherweise behauptet, die Sonne könne gar keine Rolle als moderner Klimafaktor spielen, weil man davon ausging, dass Sonnenaktivität und Temperaturen seit den 1980er Jahren divergieren.

Diese Annahme hat sich jedoch mittlerweile als Trugschluss herausgestellt, da man nicht das ganze Spektrum der solaren Aktivitätsproxies berücksichtigt hatte. Das internationale Klimakonsortium PAGES2K zeigt die aktualisierte Sichtweise zur solaren Entwicklung der letzten 400 Jahre auf seiner Webseite 2016, wobei das späte 20. Jahrhundert die intensivste solare Aktivität des gesamten Betrachtungszeitraums aufweist. Die solare Hochphase fällt dabei exakt in die Zeit der stärksten Erwärmung 1977-1998, als sich das globale Klima rasant um ein halbes Grad aufheizte. Als die Sonne in den frühen 2000er Jahren dann wieder erschlaffte, setzte die bekannte Erwärmungspause ein.

 

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Abbildung: Entwicklung der Sonnenaktivität während der vergangenen 400 Jahre. Weiße Kurve zeigt solare Gesamtstrahlung (Total Solar Irradiance, TSI), gelbe Ausschläge markieren Sonnenflecken. Quelle: PAGES2K-Webseite, heruntergeladen im März 2016.

 

5.1.5  Nichttriviale Attribution 

Es wird immer klarer, dass die Klimawissenschaften das Zuordnungs- (Attributions-) Problem offenbar unterschätzt haben. Die Erwärmung der letzten 150 Jahre passte auf den ersten Blick nur zu gut zur zeitgleich steigenden CO2-Konzentration in der Atmosphäre, so dass andere mögliche Erwärmungstreiber kaum Berücksichtigung fanden. Übergangen wurden insbesondere Sonnenaktivitätsschwankungen, die in den letzten 150 Jahren einen ähnlichen Anstieg wie das CO2 und die Temperatur zeigen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde dabei eine der größten Sonnenaktivitäten der letzten 10.000 Jahre erreicht.  

 

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Abbildung: Temperatur, CO2 und Sonnenaktivität zeigen in den letzten 150 Jahren einen ähnlichen Trend, was zu einem Attributionsproblem führt.

 

5.1.6  Blog

Seit Erscheinen des Buches „Die kalte Sonne“ im Jahr 2012 berichten Lüning und Vahrenholt zusammen mit assoziierten Autoren täglich im Kalte-Sonne-Blog über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und der Klimadebatte.

 

5.2  Forschungsschwerpunkt mittelalterliche Wärmeperiode

Ein Schwerpunkt von Lünings derzeitiger Forschertätigkeit liegt auf der globalen Klimakartierung der Mittelalterlichen Wärmeperiod (MWP), die auch als Mittelalterliche Klimaanomalie (MCA) bekannt ist. Hierzu werden alle verfügbaren publizierten Fallstudien hinsichtlich ihrer klimatischen Trendaussage zum Zeitabschnitt 1000-1200 n.Chr. ausgewertet und auf einer speziellen Google Karte zunächst gesammelt. Die Karte ist für alle Interessierten frei zugreifbar und wurde in den letzten 3 Jahren bisher bereits mehr als 72.000 Mal aufgerufen. Es ist davon auszugehen, dass sich darunter auch viele Wissenschaftler befinden, die die Synthese für ihre Arbeiten nutzen.

Auf Basis dieser Auswertung hat Lüning zusammen mit Fachkollegen bisher zwei Publikationen zur mittelalterlichen Temperaturgeschichte und Niederschlagsentwicklung in Afrika veröffentlicht (Lüning et al. 2017, Lüning et al. 2018). Beide Papers beschreiben systematische klimatische Verschiebungen während der MWP und diskutieren mögliche natürliche Klimafaktoren. Die erste Studie wurde von der American Geophysical Union (AGU) besonders gewürdigt und dazu ausgewählt, in der Mitgliederzeitschrift Eos einem breiten Publikum vorgestellt zu werden. Weitere Synthesen zum mittelalterlichen Klima in anderen Regionen der Erde sind in Vorbereitung.  

 

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Abbildung: Globale Übersicht von Fallstudien zur Mittelalterlichen Klimaanomalie. Frei zugänglich hier.

  

5.3  Weitere Klimaforschungsthemen

Eine kritische Zusammenfassung zum Klimafaktor Sonne von Lüning und Vahrenholt erschien 2016 als Kapitel in einem bei Elsevier erschienenen Buch zum Klimawandel. Ein Jahr später veröffentlichten Lüning und Vahrenholt im Fachblatt frontiers in earth sciences eine Einstufung des Pariser 2 und 1,5-Grad Klimaziels im Kontext der letzten Jahrtausende, in der die Kleine Eiszeit als Basisniveau der Erwärmungsbetrachtung hinterfragt wird. Beide Arbeiten durchliefen das Peer Reviewverfahren erfolgreich.

  

5.4  IPCC-Gutachtertätigkeit

Sebastian Lüning ist offizieller Gutachter der IPCC Spezialberichte zum 1,5-Grad-Ziel sowie zu Ozeanen und Cryosphäre. Nach Abschluss der Reviewphase werden alle Gutachterhinweise sowie die Antworten der Berichtsautoren vom IPCC im Sinne der Transparenz veröffentlicht.

 

5.5  Beratung der Politik

Sebastian Lüning und Fritz Vahrenholt wurden am 3. Juli 2012 zu einer Präsentation ihrer Ergebnisse mit anschließender Diskussion in das Europaparlament in Straßburg eigeladen. Im April 2018 nahm Lüning als Experte an einer Anhörung des Landtags Nordrhein-Westfalens zum Klimawandel teil.

 

6  Auszeichnungen und Mitgliedschaften

Sebastian Lüning erhielt für besondere Leistungen im Rahmen des Vordiploms, der Promotion und Habilitation Auszeichnungen:

  • Oktober 1992: Auszeichnung des Landes Niedersachsens für besondere Leistungen im Vordiplom

  • Februar 1999: „Bremer Studienpreis 1998“, gestifet von den Freunden der Universität Bremen

  • Februar 2007: Auszeichnung mit dem Hanns-Bruno-Geinitz-Preis

Sebastian Lüning ist seit 1990 Mitglied der American Geophysical Union (AGU).

 

7  Amateurfunk

Bereits als Schüler erwarb Sebastian Lüning 1987 die Kurzwellen-Amateurfunklizenz mit dem Rufzeichen DL5XAS. In den Folgejahren war er in der weltweiten Funktelegraphie sehr aktiv. Er nahm an etlichen internationalen Funkwettbewerben teil und wurde deutscher Sieger in der 100 Watt-Klasse im US-amerikanischen Worked-All-States (WAS) Contest.

  

8  Langstreckenlauf

Sebastian Lüning war ambitionierter Läufer und ist auch heute noch Gelegenheitsjogger. Als Jugendlicher besaß er im 1000 m-Lauf eine Bestzeit von 2:33 Minuten. Als Erwachsener sattelte er auf längere Strecken um und nahm an zahlreichen Marathon- und Halbmarathonrennen teil. Seine Marathonbestzeit liegt bei 2:29 Stunden, erzielt 2008 beim Essener Marathon Rund um den Baldeneysee. Lünings Bestmarke im Halbmarathon liegt bei 1:11 Stunden. Siege errang er u.a. beim Blankeneser Halbmarathon sowie beim Hamburger Airport Race. Beim New York City Marathon 2009 erreichte Lüning einen 179. Platz, wobei insgesamt 40.000 Teilnehmer am Start waren.

Lüning betreut die beiden Webplattformen Inselläufer und Länderläufer, auf denen Läufer Wettbewerbe auf verschiedenen Inseln und Ländern sammeln.  

  

Schriften

9.1  Artikel in Fachzeitschriften

Lüning, S., F. Vahrenholt (in press, 2019): Holocene climate development of North Africa and the Arabian Peninsula. In: Bendaoud, A., Hamimi, Z., Hamoudi, M., Djemai, S., Zoheir, B. (Eds.), Geology of the Arab World - An overview’, Springer, ISBN 978-3-319-96794-3.

Lüning, S., M. Gałka, I. B. Danladi, T. A. Adagunodo, F. Vahrenholt (2018): Hydroclimate in Africa during the Medieval Climate Anomaly. Palaeogeogr., Palaeoclimatol., Palaeoecol., 495: 309-322, doi: 10.1016/j.palaeo.2018.01.025.

Lüning, S., M. Gałka, F. Vahrenholt (2017): Warming and cooling: The Medieval Climate Anomaly in Africa and Arabia. Paleoceanography 32 (11): 1219-1235, doi: 10.1002/2017PA003237.

Lüning, S., F. Vahrenholt (2017): Paleoclimatological context and reference level of the 2°C and 1.5°C Paris Agreement long-term temperature limits. Frontiers in Earth Science, 12 December 2017, doi: 10.3389/feart.2017.00104.

Lüning, S., F. Vahrenholt (2016): “The Sun's Role in Climate”. In: Evidence-Based Climate Science, Second Edition. Editor: Don Easterbrook; Elsevier, pp.283-306. doi: 10.1016/B978-0-12-804588-6.00016-1

Lüning, S., J. Kuss (2014): Petroleum Geology of Jordan. In: L. Marlow, C. Kendall and L. Yose, eds., Petroleum systems of the Tethyan region: AAPG Memoir 106, p. 217–239.

Lüning, S. (2013): Studies of the past as the key to the future? Geological and historical reconstructions provide valuable support for future trend prediction of natural disasters. Disaster Advances 6(10):1-3

Lüning, S., N. Miles, T. Pearce, E. Brooker, P. Barnard, G. Johannson, S. Schäfer (2010): Biostratigraphy, chemostratigraphy and thermal maturity of the A1-NC198 exploration well in the Kufra Basin, SE Libya. In: B. A. Vining, S. C. Pickering (eds), Petroleum Geology: From Mature Basins to New Frontiers. Proceedings of the 7th Petroleum Geology Conference, Geological Society, London, 761-770.

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Marzouk, A. M. & Lüning, S. (1998): Comparative biostratigraphy of calcareous nannofossils and planktonic foraminifera in the Paleocene of Eastern Sinai, Egypt. Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie, Abhandlungen 207 (1): 77-105.

 

9.2  Bücher

Vahrenholt, F., Lüning, S. (2014): Zimne Słońce – Dlaczego katastrofa klimatyczna nie nadchodzi!. Wydawnictwo Aletheia (Buch, polnische, 388 S.).

Vahrenholt, F., Lüning, S. (2013): The Neglected Sun: How the Sun Precludes Climate Catastrophe. Stacey International, London (Buch, 412 S.).

Vahrenholt, F., Lüning, S. (2012): Die kalte Sonne. Hoffmann & Campe, Hamburg (Buch, 448 S.).

 

9.3  Dokumentar- und Lehrfilme

Lüning, S., M. Watt (2009): Bottoms up and Kelly down: An Introduction to Petroleum Drilling for Non-Drillers (video, 2 x 45 min).

Lüning, S., N. Fello, J. Craig, D. le Heron, S. Lubeseder, S. Schulz, G. Pyke, A. Dunford, Y. Abutarruma (2007): Petroleum Geology of Southern Libya (video, 4h 30 min), Seven-Continents.com, Bremen.
https://www.youtube.com/watch?v=kjY12dhDhc4

Lüning, S., Geiger M. (2006): La Palma – Der schlummernde Feuerdrache (video, 52 min). Seven-Continents.de, Bremen.
https://www.youtube.com/watch?v=XOazODwo470

Lüning, S., Geiger, M. (2005): Naturwunder des Magrheb - Expedition durch die Erdgeschichte Marokkos (deutsch/englisch) (Video, 58 min). Seven-Continents.com, Bremen.
https://www.youtube.com/watch?v=WYJQDj73HXE

Lüning, S., Geiger, M. (2005): Hunting Hot Shales in Wadi Tanezzuft: Characteristics and origin of the Silurian source rock in the Libyan Sahara (video, 35 min). Seven-Continents.com, Bremen.
https://www.youtube.com/watch?v=8Hd8QXloj-U

  

10  Weblinks

 

Sebastian Lüning (2018)